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Hochdonn liegt am Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein
Wo ist Hochdonn?

In Schleswig - Holstein bietet die abwechslungsreiche Landschaft die Möglichkeit, am Wochenende mal eben in einen Kurztrip die nähere Umgebung zu machen - was nie langweilig wird. Die Landschaft unterliegt schon auf kleiner Fläche einer ständigen Veränderung. Wälder wechseln mit Feldern, Felder mit Wiesen und vom hügeligen Mittelrücken taucht man in die Marschen oder den feinen Ostseesand hinab.

Eigentlich war eine Ostseetour geplant, aber das Wetter und meine Auftragslage waren gegen einen Start am Freitag. So trafen Axel und ich uns am Samstagnachmittag während eines fetten Gewitterregens. Axels Alternativ - Plan war, den Campingplatz "Klein Westerland" am Nord - Ostsee - Kanal zu besuchen. So warteten wir auf der Diele, bis die Wasserwände, die der Himmel mit viel Gepolter zur Erde sandte, sich abwendeten und wir aufbrechen konnten. Dann starteten wir in ein Wolkenloch, das den sommerblauen Himmel durchblicken ließ und uns genau 20 km gewogen blieb. Als wir auf einer Spurbahn bei Itzehoe - Wellenkamp durch eine Allee fuhren, überrollte uns eine schwarze Gewitterwand mit eimerweise stürmischen Regengüssen. Bäume und Sträucher schützten uns aber mit ihren Blättern, so das die Nässe in meiner Jeans nur oberflächlich war - dummerweise hatte ich meine Regenhose vergessen. Danach gelang es uns, die Gewitter zu umfahren und zwischen der Luxbrücke über die Bekau und dem Kanal klarte es langsam auf.
Wegen des fortgeschrittenen Nachmittags, der langsam Abend werden wollte, zogen wir die B431 dem weit verzweigten und Irrgarten - artigen System der landwirtschaftlichen Wege in der Marsch vor. Der Rückweg aber sollte ruhiger und weniger auf holperigen Radwegen verlaufen.
Hinter dem Ort Kleve (plattdeutscher Begriff, bedeutet "Kliff") krochen wir im Schritt-Tempo einen 20 Meter Hügel hinauf und rasten mit einem Affenzahn wieder hinunter. Danach kamen wir durch eine Ortschaft mit dem etwas anrüchigen Namen "Nutteln" und huschten an dem Dorf Vaale vorbei. Ganz in der Nähe liegt übrigens das verschlafene Dorf Wacken, welches einmal im Jahr von dem weltweit bekannten Heavy - Metal - Konzert - Wochenende heimgesucht wird.
Dreieinhalb Kilometer weiter traut man seinen Augen nicht, denn dort in der Ferne fahren große Schiffe über Land!?!?? - Nein: Das ist der Kanal, der den Seeschiffen knapp 400 km Seeweg durch Skagerrak und Kattegatt erspart. Die Fähren, die den Reisenden über den Nord - Ostsee - Kanal (international sehr pragmatisch "Kiel - Kanal" genannt) bringen, sind für den Benutzer kostenlos und für den Radreisenden oft eine willkommene Pause. Neben der Fähre überquert die Marschenbahn von Hamburg nach Westerland auf einer hochgestelzten Brücke den Kanal.
Der Campingplatz war schnell gefunden, so das wir unsere Zelte aufbauen und das Viergänge - Menü zubereiten konnten.
Zu den Höhepunkten des abendlichen Ankommens zählt für mich immer die Zubereitung des Essens. Ein fürstliches Abendessen ist die Belohnung für die Strapazen der Fahrt. Verschiedene Gewürze habe ich immer dabei, den Rest gibt es auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt oder bei der Tankstelle.
Der erste Gang bestand aus Dosenbrot und Hering in Mango - Pfeffersauce, für den zweiten Gang machten wir exotischen Kartoffelsalat mit Knoblauch, grünen Oliven und Thunfisch. Warmer Hauptgang war roter Paprikaeintopf und zum Nachtisch vernaschten wir in Butter und Honig gebratene Bananen.
Als Getränk hatten wir eine 600 ml - Flasche
Faxe Øl mitgebracht, die zum herunterfahren des Kreislaufes und als Aperetif schon mal nicht schlecht war. Zum Essen gab es das regionale Dithmarscher Pilsener Beugelbuddelbeer (pflopp!) aus dem kleinen Laden auf dem Campingplatz. Den Abschluss machte nach spanischer Art ein Café Solo aus meiner Reise - Cafetera.

Nach dem Essen folgte eine Besichtigung des Campingplatzes, der Badestelle und des Kanals. Der Campingplatz ist eine Performance an sich und schmeichelt dem Geldbeutel. Die Bilder zeigen hier mehr als viele Worte. Und Liegeräder waren dem Mann in der Rezeption nicht fremd...
Die Ruhe am Kanal, wenn man nur den Vögeln lauscht, die in der Abenddämmerung singen und den langsam vorbeiziehenden Schiffen nachschaut legt sich wie Balsam auf die Stressgeplagte Seele.
An der Badestelle feiert die junge Generation abendliche Partys: Jedem das Seine. Auf unserem Dämmerungs - Spaziergang betörte uns auch der schwere Duft des Je - Länger - Je - Lieber, der am Weg zum Campground in der Hecke wächst.

Sonntag fing der Tag so ruhig an, wie er gestern aufgehört hatte. Während des late - morning - coffees erfolgte das Briefing für die Rücktour, die auf ruhigen Straßen verlaufen sollte.
Das wenige Gepäck war schnell verstaut und wir nahmen Kanalbegleitende Spurbahn unter die Räder. Leider war dieser Weg an der Brückenbaustelle gesperrt, so das wir einen Umweg suchen mussten. Der war nicht leicht zu finden, aber dafür um so interessanter und abenteuerlicher. Der feste, breite Sandweg mündete in zwei sandige Fahrspuren und die wiederum mündeten in einen feuchtsandigen personenbreiten Pfad. Den krönenden Abschluss vor dem Kanal bildete ein Schlammloch.

Bei Burg ging es mit der Fähre über den Nord- Ostsee- Kanal, dann durch die Aebtissinwisch und an der Wilsterau entlang in das Marschenstädtchen Wilster. Hier gab es erstmal einen Kaffee.
Die Wilsterau begleitete uns noch bis nach Kasenort, wo sie in die Stör fließt. Dann ging es am Stördeich entlang nach Beidenfleth, wo noch eine alte Fähren ihren Dienst tut.
Von dort ist es nach Siethwende nur noch ein Katzensprung von ca. 20 Kilometern durch die Kremper Marsch. Bevor Axel nach Elmshorn weiterfuhr, gab es noch einen Kaffee.

 

Sehen wir uns nächstes Jahr  in Hochdonn?

 

Hier ist Axels Bericht:

Tour nach Hochdonn 9.-10.Juli 2005

Die Hintour war überschattet von Gewittern und Wasserwänden, vor denen uns glücklicherweise ein paar Baumbestände am Wellenkamp bei
Itzehoe beschützten, doch nachdem wir die Stör überquert hatten klarte es auf. Weiter über Julianka war die Strecke sehr schön und ein wenig
hügelig. In Höhe Kleve stießen wir auf die B431, da nördlich der B431 die Fortbewegungsmöglichkeiten für Radfahrer sehr umwegig verlaufen.
Die Bundesstrasse bis Hochdonn zu fahren, ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss, eine Lösung wird daher noch gesucht.

Campingplatz Klein Westerland, direkt am Kanal gelegen inmitten von Baumbewuchs, dass man vom Campingplatz aus den Kanal gar nicht
sieht. Es sieht manchmal richtig verwunderlich aus, wenn plötzlich ein riesiges Schiff hinter der Baumreihe entlanggleitet.

Der Campingplatz hat selbst ein eigenes Lokal. Er macht teilweise einen etwas abenteuerlichen Eindruck. Ein Stückchen weiter am Kanal ist
eine große Bucht mit Badestrand, (dem einzigen im ganzen Kanal) der ebenfalls mit zum Campingplatz gehört.
Es war einfach traumhaft, beim Sonnenuntergang am Kanal zu flanieren und die ganze Welt (in Form von Schiffen) an sich vorbeiziehen zu
lassen.
Wenn die Hochdonn-Touren künfig übers ganze Wochenende gehen sollen, (Freitag hin, Sonntag zurück) könnte man für den Samstag von dort
aus Touren nach St. Michaelisdonn oder Meldorf unternehmen.

Die Tour zurück, am Kanal bis Burg, durch die Wilstermarsch mit einer Einkehr in Wilster, über die Störfähre Beidenfleth und dann weiter durch
die Kremper Marsch Richtung Heimat hat mir sehr gefallen. Den Streckenverlauf kann man schon beibehalten.

 

Bilderbogen

 


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